Der lange Weg zum Selbst

Der lange Weg zum Selbst

Irgendwann habe ich mal gelesen, dass wir Menschen das Mittel des Universums sind über sich selbst nachzudenken. Fragen wie, „Wer bin ich?“ oder „Was ist der Sinn des Lebens“ sind Formulierungen, die wir benutzen, um die uns und die Welt um uns herum zu erklären. Millionen von Jahren an Evolution haben uns gelehrt, dass alles was uns ausmacht (Körper und Geist) einen bestimmten Zweck erfüllt. Ich bin der festen Überzeugung, dass es eine unserer Hauptaufgaben im Leben ist uns und unseren Weg zu verstehen und dadurch allen Menschen und Lebewesen zu helfen.

Das ist allerdings kein leichter Weg. Und auch kein kurzer. Dieser Weg ist unser eigener. Das bedeutet, dass es oft keinen Sinn macht sich selbst mit anderen zu vergleichen. In beide Richtungen. Es macht keinen Sinn anderen Menschen erzählen zu wollen, wie sie ihr Leben zu leben haben und es macht auch wenig Sinn einfach blind dem zu folgen, was andere Sagen. Aber auch hier geht es wieder um die richtige Balance. Sich komplett abzuschotten ist wiederum auch suboptimal. Wir sollten stets offen bleiben für Hinweise anderer und andere Menschen um Hilfe bitten, wenn wir sie benötigen. Es ist zwar unser eigener Weg, aber wir schaffen ihn nicht allein zu gehen. Das kratzt bereits an der Oberfläche dieses komplexen Themas der Selbsterkenntnis.

Aber wie bestreitet man am besten diesen Weg? Ich glaube das ist auch eine deiner Aufgaben, dass für dich herauszufinden. Vielleicht führt dein Weg über das Lesen unzähliger Bücher. Vielleicht führt er aber auch über das Sammeln von Erfahrungen oder den Austausch mit anderen. Wahrscheinlich ist es auch ein Mix. Was ich dir gerne mitgeben möchte ist, was aus meiner Sicht hilfreich ist den Weg zu beschreiten.

Zum einen ist das wie du mit dir selbst auf dem Weg umgehst. Wir führen uns selbst in die Irre, wenn wir nicht ehrlich zu uns selbst sind. Gleichermaßen wandern wir im Dunkeln, wenn wir Angst davor haben uns mit den Tiefen unseres Selbst auseinanderzusetzen. Ja das kann schwierig sein und hier möchte ich auf den Satz von oben verweisen: „Wir sollten stets offen bleiben für Hinweise anderer und andere Menschen um Hilfe bitten, wenn wir sie benötigen“.

Neben der Offenheit uns Neugier gegenüber uns selbst ist es aus meiner Erfahrung wichtig mit sich selbst liebevoll umzugehen. Liebevoll bedeutet Verständnis zu haben, uns selbst aufzubauen, uns selbst zu verzeihen und auf unsere positiven Eigenschaften zu verweisen. Das ist wichtig, wenn wir offen und ehrlich mit uns selbst sind. Nur in dieser Kombination können wir uns einigermaßen sicher auf dem Pfad fühlen.

Der zweite Tipp ist das Wertschätzen von Fragen. Es gibt aus meiner Sicht wenig, dass mir auf meinem Weg so geholfen hat, wie die Auseinandersetzung mit (schweren) Fragen. Dabei ist es wichtig Fragen nicht als zu leicht, schwer, idiotisch usw. abzutun. Gib jeder Frage, die das Potenzial hat, dir zu mehr Selbsterkenntnis zu verhelfen, genügend Zeit und Aufmerksamkeit, um die zu beantworten.

Der dritte Tipp ist, von Menschen zu lernen, die du schätzt oder bewunderst, gleichzeitig aber offen und kritisch zu bleiben. Fragen wie: „Was schätze ich an diesem Menschen?“ oder „Was will ich von dieser Person lernen?“ können dir viel über dich selbst lehren. Aber es ist wichtig auch kritisch zu bleiben. Nur weil wir eine Eigenschaft einer Person schätzen oder sie mal etwas gesagt hat, das wir für richtig halten, bedeutet es nicht, dass diese Person perfekt ist und/oder immer recht hat. Da kommt mir wieder das Zitat von Immanuel Kant zur Aufklärung in den Sinn:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.”

Sei zudem auch immer bereit bereits gewonnen Erkenntnisse über dich und andere über Bord zu werfen, wenn du feststellst, dass diese nicht mehr zutreffen. Wir und unsere Umwelt verändert sich ständig. Du bist nicht mehr dieselbe Person wie vor 10 Jahren. Habe daher nicht die Erwartung an dich und an andere immer gleich zu bleiben.

Ich glaube das reicht für heute. Das Thema ist komplex aber unglaublich wertvoll. Dieses Verständnis zu erlangen bringt mir inneren Frieden. Natürlich ist das nicht immer so und natürlich ist es manchmal ein schwieriger und schmerzhafter Weg, aber dennoch überwiegt der innere Frieden, den ich bereits erlangt habe. Er gibt mir auch Zuversicht für die Zukunft und, dass ich mit meinem Weg gar nicht so falsch liege =).

Pass auf dich auf, Stephan

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